Andere Länder – andere Sitten: so vermeiden Sie Missverständnisse im Business im Ausland

Andere Länder – andere Sitten: so vermeiden Sie Missverständnisse im Business im Ausland

Liebe Leserin, lieber Leser,

oftmals reisen wir auch beruflich in andere Länder und wissen oft nicht so recht, wie wir uns verhalten sollen.

„Als deutscher Tourist im Ausland steht man vor der Frage, ob man sich anständig benehmen muss oder ob schon deutsche Touristen da gewesen sind.“                                   

(Kurt Tucholsky)

Heute möchte ich Sie mit den wichtigsten Gepflogenheiten im europäischen Ausland vertraut machen. Mit den Tipps vermeiden Sie Fauxpas und Fettnäpfchen. Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Umsetzen meiner Tipps.

Gerne können Sie hier zu dem einen oder anderen Punkt auch Fragen per E-Mail an jkp@gekonnt-wirken.de stellen. Denn Verhaltensweisen, die sich für uns Deutsche als normal und gängig anfühlen, können woanders schnell zur Stolperfalle werden.

Andere Länder - andere Sitten, Internationale Business Knigge Tipps
Foto credit: 490521365 Adobe Stock, eigener Account über jkp@gekonnt-wirken.de

Bulgarien

Begrüßen Sie Einheimische mit Handschlag, einem guten Blickkontakt und bezahlen Sie Rechnungen niemals getrennt. Kopfschütteln bedeutet hier „ja“ und Kopfnicken „nein“. Sollten Sie zum Essen eingeladen sein, warten Sie, bis der Gastgeber die Tafel eröffnet und gehen Sie niemals zu früh, denn Bulgaren sind sehr gesellig. Nutzen Sie beim Small-Talk Themen wie zum Beispiel die bulgarische Kultur. Die Trinkgeldhöhe beträgt 5-10%.

Dänemark

Ein guter Handschlag mit Blickkontakt gehört zum guten Ton bei der Begrüßung. Dänen gehen schnell zum Du über. Ebenfalls kommen Sie gerne ohne langen Small-Talk in Gesprächen auf den Punkt. Bei Einladungen gilt: Achten Sie auf Pünktlichkeit, ziehen Sie die Schuhe aus und bringen Sie ein kleines Geschenk mit. Im Restaurant zahlt jeder seine Rechnung mit 10% Trinkgeld selbst.

Frankreich

Die Begrüßung erfolgt hier nur mit einem flüchtigen Handschlag. Franzosen lieben es förmlich und sind sehr werteorientiert. Wichtige Small-Talk Themen sind Mode, Essen und Musik. Oben ohne wird oft nicht toleriert. Achten Sie beim Essen darauf, erst die anderen zu fragen, bevor Sie nachreichen oder sich selbst etwas nachschenken. Trinkgeld in Höhe von 10% wird direkt auf den Tisch gelegt.

Griechenland

Begrüßen Sie Griechen nur verbal und verzichten Sie auf den Handschlag. Beim Small-Talk punkten Sie, wenn Sie sich ein wenig für Götter der Antike interessieren. Griechen sind überaus gastfreundlich. Lehnen Sie Einladungen oder angebotene Sachen bitte nicht ab. Kleine Gastgeschenke als Geste der Wertschätzung sind gerne gesehen. Bestellen Sie zum Nachtisch einen Ouzo oder einen griechischen Kaffee. Als Trinkgeld empfiehlt sich 5-10 %.

Grossbritanien

How do you do?“ ist die klassische Begrüßung ohne Handschlag mit der Gegenantwort „Thank you. How do you do?“ Briten sind sehr traditionsbewusst und verehren das Königshaus. Reden Sie beim Small-Talk über Wetter, Sport und Literatur. Trinkgeld wird hier mit 15-20% bemessen. Empfehlenswert sind die typischen Tea-Time Zeremonien, die jedoch vor 17:00 Uhr stattfinden. Um 17:00 Uhr wird nur Tee serviert. Pünktlichkeit wird bei Einladungen erwartet.

Kroatien

Reichen Sie Einheimischen zur Begrüßung die Hand. Die Anrede heißt hier „Herr Meier“. Bringen Sie bei Einladungen unbedingt ein kleines Gastgeschenk mit. Verabschieden Sie sich spätestens um 23:00 Uhr und bedanken Sie sich nochmals für die Einladung. Kroaten betrachten sich selbst gerne als Mitteleuropäer und sind schnell beleidig, wenn sie zum Balkan oder zu Osteuropa zugeordnet werden. Trinkgeld ist in der Rechnung enthalten, jedoch ist ein Tipp immer gerne gesehen

Italien

Reichen Sie Italienern zur Begrüßung die Hand und halten Sie stets einen guten Blickkontakt. Italiener gehen nach dem ersten Kennenlernen sehr schnell zum Du über. Mit Gesprächen über Essen, Sport und Kultur liegen Sie immer richtig. Kommen Sie bei Einladungen besser 15-20 Minuten später und loben Sie unbedingt die leckeren Speisen. Trinkgeld ist nicht üblich, aber gerne gesehen.

Niederlande

Stellen Sie sich mit Vor- und Nachnamen, jedoch ohne Handschlag vor. Themen über die Monarchie, Musik, Sport und Kunst sind bei Gesprächen gerne gesehen. Bei privaten Einladungen wird der Tisch eröffnet, wenn die Gastgeberin oder die älteste Dame am Tisch sitzt.  Niederländer sind sehr bescheiden, daher ist das Trinkgeld in der Rechnung bereits mit enthalten, wird aber trotzdem gerne als kleinen Tipp gesehen.

Österreich

Die Begrüßung erfolgt mit „Grüß Gott“ oder „Guten Tag“ und immer förmlich mit einem Handschlag. Frauen werden immer zuerst und von älteren Herren oft noch mit Handkuss begrüßt. Duzen gilt als unhöflich. Titel werden ebenfalls in der Anrede mit eingebunden. Österreicher lieben klassische Themen beim Small-Talk wie Musik (Strauß oder Mozart), Kunst, Kultur, Architektur oder den Wintersport. Seien Sie bei Einladungen unbedingt pünktlich. Der Hausherr spricht vor dem Essen immer eine Toast. Im Restaurant sind 5-10% Trinkgeld üblich. Höflichkeit und Zurückhaltung ist hier an der Tagesordnung.

Polen

Zur Begrüßung wird die Hand gereicht und die Anrede ist „Herr Meier“ (Pan) oder „Frau Meier“ (Pani). Familienthemen kommen bei Gesprächen immer gut an. Bei Einladungen sollten Sie besser die akademische Zeit berücksichtigen, das heißt kommen Sie am besten 15 Minuten später. Ziehen Sie Schuhe aus und bringen Sie unbedingt ein kleines Gastgeschenk mit. Planen Sie im Restaurant 10% Trinkgeld ein. Polen sind sehr gläubig und daher ist oben ohne tabu. Hier gilt auch noch die Höflichkeitsgesten für Damen.

Schweiz

Auch hier erfolgt die Begrüßung mit Handschlag und Blickkontakt. Wangenküsse sind in der französichen und italiensichen Schweiz üblich. Willkommene Gesprächsthemen sind Weltpolitik, Reisen, Wintersport und Kultur. Stellen Sie bitte keine persönlichen Fragen zu Alter, Beruf und sozialen Status. Lehen Sie bei privaten Einladungen keine Speisen ab, wenn Sie den Hausherrn oder die Dame nicht beleidigen möchten. Trinkgeld wird oft aufgerundet. Bescheidenheit und Understatement ist hier an der Tagesordnung.

Spanien

Reichen Sie Einheimischen die Hand und halten Sie guten Blickkontakt bei der Begrüßung.  Gute Small-Talk Themen sind Wetter, Urlaub, Wein und / oder Fussball. Wenn Sie eingeladen werden, dürfen Sie gerne 30 Minuten zu spät kommen. Loben und kosten Sie unbedingt alle Speisen. Trinkgeld in Höhe von 10-15% wird auf dem Tisch gelassen. Fluchten Sie niemals in Anwesenheit von Einheimischen. Kirchen sollten nur außerhalb von Messen und in angemessener Kleidung besichtigt werden.

Tschechien

Hier wartet der Mann, bis die Frau ihm die Hand reicht. Auch hier gilt „Herr Meier“ (Pan) und „Frau Maier“ (Pani). Erkundigen Sie sich nach der Familie oder reden Sie über Literatur, Sport wie Fussball oder Eishockey und Musik. Tschechen sind sehr höflich und zurückhaltend. Bei Privateinladungen unbedingt pünktlich sein und im Restaurant 5-10% als Trinkgeld einplanen.

Ungarn

Die Begrüßung erfolgt per Handschlag und der Herr wartet ebenfalls, bis die Dame ihm die Hand anbietet.  Vorgestellt wird mit dem Familiennamen. Gute Small-Talk Themen sind Familie, Kultur, Tradition aus Ungarn. Lehnen Sie Einladungen niemals ab und bringen Sie dem Gastgeber ein Geschenk mit.

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim nächsten Aufenthalt im Ausland.

Ihre Janine Katharina Pötsch

💎 Möchten Sie mehr zu den Themen guten Sitten, Tischmanieren, Verhalten in Meetings, Gesprächsthemen, Anbahnung bei Geschäftskontakten, Kommunikation und Missverständnisse sowie Dresscode Themen im europäischen, asiatischen, amerikanischen und afrikanischen Ausland erfahren? 💎

Gerne unterstütze ich Ihr Team mit meinen beliebtes Weiterbildungsangebot „Internationale Business Knigge„.

Sprechen Sie mich bei Interesse gerne an!

Ich freue mich auf Sie!

Ihre Expertin für Interkulturelle Kompetenz Janine Katharina Pötsch

PS: Möchten Sie mich und meine Arbeit zunächst besser kennenlernen? Dann melden Sie sich gerne für meine monatlichen Image-Impulse an.

Golf-Knigge – die wichtigsten Regeln am Golfplatz

Golf-Knigge – die wichtigsten Regeln am Golfplatz

Golf-Knigge und die wichtigsten Regeln am Golfplatz sind mir auch deswegen so wichtig, weil ich selbst eine begeisterte Golf-Spielerin bin. Und von diesem Sport viel – sehr viel Demut!!! – gelernt habe. Ich freue mich sehr, dass ich Annette Wölfle gewinnen konnte, uns zu diesem Golf-Knigge und zu den entsprechenden Regeln Ihre entsprechenden Tipps zu geben.

Der kleine Golf-Knigge für Beginner und Neugierige

von Annette Wölfle (Mitglied Knigge-Gesellschaft für moderne Umgangsformen)

Das Interesse an Golf ist in den letzten Jahren enorm gestiegen. Lange Zeit galt der Golfsport als antiquiert und war verpönt als ein „Alt-Herren-Sport“ für die oberen Zehntausend.
Dieses Image ist mittlerweile veraltet, Golf im Wandel und somit bei Alt und Jung voll im Trend. Nicht nur die schöne Natur rund um den Golfplatz, sondern auch das Spiel mit Bewegung an der frischen Luft, machen viele Menschen neugierig. Alt und Jung können gemeinsam spielen, getreu dem Motto „jeder wie er kann“. Dabei hilft u.a. auch die Zählweise mit der das Ergebnis nach Ende der 18 Löcher gewertet wird.

Die Etikette

Golf ist ein Sport, bei dem man auf die „Etikette“ Wert legt. Hier geht es aber nicht nur um Benehmen und Kleidung, sondern es spielt auch Sicherheit in Verbindung mit Rücksichtnahme auf Mensch und Natur eine Rolle. Ebenso sind Werte und Fairness beim gemeinsamen Spiel auf dem Platz eine Selbstverständlichkeit!

Für diejenigen, die sich rund um den Golfplatz sicher und wohl fühlen möchten, hier ein paar Auszüge der Golf-Etikette (Verhaltensregeln auf dem Golfplatz):

Die Kleidung auf dem Golfplatz ist mittlerweile etwas „lockerer“. Bluejeans sind aber immer noch verpönt. Nicht erlaubt sind ärmellose Oberteile ohne Kragen, genauso wie Tops mit Spaghettiträgern bei den Damen. Shorts sollten eine angemessene Länge aufweisen, d.h. sie sollten bis kurz über das Knie reichen. Sie sollten schon Golfschuhe tragen, als Beginner können Sie aber auch gepflegte Turnschuhe tragen. Bei Turnieren sollten Sie allerdings vorher nachfragen!

Sicherheit ist u.a. die oberste Priorität. Laufen Sie niemals einfach auf dem Golfplatz herum, ohne vorherige Rücksprache mit dem dortigen Sekretariat. Es gibt in der Regel Wege, die man als Besucher neben den verschiedenen Löchern ablaufen kann. Das Personal hilft Ihnen hier gerne weiter.

Wenn Sie beim Turnier als Spaziergänger oder Zuschauer teilnehmen, verhalten Sie sich stets ruhig. Sobald ein Spieler sich in Schlagposition begibt, halten Sie Abstand und bleiben Sie stehen. Der Warnruf auf dem Golfplatz ist „Fore“ (Foor=Lautsprache). Hören Sie diesen, sollten Sie in Deckung gehen und Ihre Arme schützend über Ihren Kopf legen. Dann hat sich nämlich ein Ball versehentlich in eine Richtung „verirrt“ die Ihre sein könnte.

Damit Sie auch wissen, worüber sich ein Golfer unterhält, hier ein paar Begriffs-Definitionen zum besseren Verständnis.

Es gibt ein Übungsgelände, das normalerweise folgende Bereiche zu bieten hat:

Driving Range: hier werden lange Schläge geübt
Pitching und Chipping Area: zum Üben von Annäherungsschlägen im Kurzbereich
Bunker: sozusagen der großer „Sandkasten“ zum Üben der Schläge aus dem Sand
Putting-Green: kurz gemähte Rasenfläche auf der die Fahne/Loch steht

Generelle Begrifflichkeiten rund um das Golfen:

Golfbag: Golftasche
Trolley: Vorrichtung, auf die man das Golfbag stellt (zum Ziehen oder elektrisch)
Golfcart: Golfwagen, mit dem 2 Personen inkl. Bag über den Platz fahren können
Golf-Pro: Golflehrer (Abkürzung für Golf-Professional)
Pro-Shop: hier können Sie alles für den Golfsport kaufen und sich auch informieren
Abschlag: markierter Bereich, auf dem der Golfer seinen ersten Schlag macht
Score-Karte: Karte, auf der jedes Loch angegeben ist und auf der die Ergebnisse zur Auswertung geschrieben werden
Birdy-Book: kleines, detailliertes, bebildertes Buch, auf dem jedes Loch mit Angaben und Hindernissen genau beschrieben ist. Es dient zur Orientierung
Divot: auch „Schnitzel“ genannt. Ein Stück Rasen, das der Spieler während der Ausführung des Schlages versehentlich aus dem Boden geschlagen hat. Es muss wieder eingesetzt werden und läuft unter der Rubrik „Schonung und Erhaltung des Platzes“.

Natürlich ist das lange nicht alles, was es zu entdecken oder zu wissen gibt.
Zu allen Golfregeln gibt es ein sehr umfangreiches Regelwerk, das mehrere hundert Seiten umfasst. Wenn Sie weitere Informationen möchten, können Sie diese immer auf den Golfplätzen oder in den Pro-Shops erhalten. Oder sprechen Sie einmal mit einer Golferin oder einem Golfer, dann können Sie sich selbst ein Bild darüber machen und sich gleich zwischenmenschlich informieren.

Es ist immer gut, die Regeln zu kennen – auch auf dem Golfplatz. Ich wünsche Ihnen ein rundes Vergnügen bei Ihren ersten Abschlägen.

Herzliche Grüße
Ihre Annette Wölfle