Männermode darf aufregend sein

Männermode darf aufregend sein

Hartwich-Kollektion2016-1Lieber Leser,

ich finde es sehr schade, dass die Männermode in den meisten Geschäften doch eher „begrenzt“ ist. Es gibt wenig Hersteller, die klassische Mode mit einem Hauch Extravaganz verbinden.

Mir fällt auf, dass viele Herren doch immer sehr gleich gekleidet sind. Ich persönlich finde es interessanter, wenn ein Mann seine Persönlichkeit durch individuelle Kleidung ausdrückt.

Als aktive Netzwerkerin bin ich immer auf der Suche nach guten Kooperationspartnern. So habe ich auch Doris Hartwich vom deutschen Label „HARTWICH“ kennen-gelernt. Die Marke ermöglicht Männern, durch Kleidung ihre Persönlichkeit mit einem Hauch an Extravaganz ausdrücken.

Interview mit der Männermode-Designerin Doris Hartwich

DorisHartwichLiebe Frau Hartwich, wie lange gibt es die Marke HARTWICH eigentlich schon?

Ich habe vor 30 Jahren die Männermodemarke DORIS HARTWICH gegründet und seitdem die Marke immer weiter entwickelt. Männer mit dem Anspruch auf Stil und auf der Suche nach dem Besonderen kaufen meine Mode mit der speziellen Handschrift über ausgewählte Einzelhändler national und international . In den Jahren 2009/10 wurde der Markenname in HARTWICH umbenannt.

Wofür steht die Marke oder der Name?

Mein Credo ist, dass Männer sich in Ihrer Haut wohlfühlen und attraktiv aussehen. Ich ziehe Männer an, die das Besondere schätzen. Männer, die sich zur eigenen Persönlichkeit bekennen und mit Kleidung ihren individuellen Stil ausdrücken möchten.

Warum haben Sie sich entschieden, ausschließlich Männermode zu entwerfen?

Männermode ist Grenzen unterworfen. Und ich liebe es Grenzen zu sprengen, ohne zu brüskieren. Mode für Männer zu machen, ist für mich eine Herausforderung. Ich weiß, wie Frauen Männer gern sehen – und so ziehe ich sie auch an.

Anmerkung Stilexpertin: Das hört sich spannend an. Ich sehe das leider oft, dass Männer viel zu wenig aus sich machen. Deshalb bin ich froh, Sie als Kooperationspartnerin gewonnen zu haben. Wofür steht eigentlich Ihre Handschrift?

Doris Hartwich: Meine Handschrift steht für unverwechselbares Design und ungewöhnliche Stilmittel. Ich arbeite an raffinierten Details, suche nach ausgefallenen Materialien und sorge für eine bequeme Passform. Tragbar und doch unverwechselbar. Speziell auf den zweiten Blick anders. Und dadurch besonders.

Welche Zielgruppe bedient Ihre Marke?

Unsere Zielgruppe ist der Mann jenseits der Dreißig, der Stil und das Besondere schätzt. Und vor allem sich selbst. HARTWICH ist für Männer das öffentliche Bekenntnis zur eigenen Persönlichkeit. Ein Statement gegen das Einerlei.

Hartwich-Kollektion2016-2Woher kommen Ihre Design-Ideen für die Kollektionen?

Als Designerin muss ich mich ständig optisch reizen. Ich suche immer die kleinen Brüche, das Ungewöhnliche in der Kombination. Das Ungewöhnliche in der Zusammensetzung von Materialien – in der Mode, in der Architektur, in der Kunst. Ideen finde ich beim Beobachten von Landschaften, in Ausstellungen, auf Reisen oder oft auch spontan bei Recherchearbeiten im Internet. Ich arbeite innerhalb von Trends, soweit es sie noch gibt, interpretiere sie aber immer mit eigener Handschrift

Anmerkungen Stilexpertin: Das gefällt mir, denn ich gehe selbst gerne in Museum wenn ich Ideen für neue Projekte brauche. Mir gefällt das gewisse Etwas, was Sie in Ihre Kollektionen mit einfließen lassen.

 

Was bedeutet für Sie Mode und was verbinden Sie mit Stil?

Mode verbinde ich mit dem, was der Zeitgeist gerade vorgibt. Mode hat keine lange Halbwertzeit. Stil ist für mich dagegen das, was jemand aus sich macht. Stil hat auch sehr viel mit der Persönlichkeit zu sowie mit der Art, seine Persönlichkeit durch Kleidung auszudrücken.

Anmerkungen Stilexpertin: Wow, das ist eine klasse Zusammenfassung. Ich liebe da den Spruch von Coco Chanel „Mode ist vergänglich, Stil bleibt.“. Beispielsweise geben Medien ja leider oft „Vorbilder“ vor, die aber nicht auf jeden übertragbar sind.

Wie würden Sie Ihren persönlichen Stil beschreiben?

Ich kleide mich gerne sportlich-feminin mit einem Hauch von Extravaganz. Frau Pötsch, als Stil- und Imageexpertin wissen Sie ja selbst, dass wir Frauen es etwas einfacher haben, was die Auswahl der Kleidung betrifft. Die Möglichkeit nach etwas mehr Auswahl als die durchschnittliche Massenmode möchte ich eben auch für die Männer mit meiner Mode ermöglichen.

Anmerkung Stilexpertin: Genau diesen Stil verkörpern Sie auch.

Hartwich-Kollektion2016-3Was war für Sie das größte Erfolgserlebnis in der Arbeit mit Männern?

Ich hatte einmal zwei Herren als Kunden bei mir. Der eine war bereits Fan meiner Mode, ein schlanker und großer Mann. Sein Begleiter war eher klein und untersetzt. Er fühlte sich in seiner Kleidung nicht wohl, das habe ich gleich an seiner Haltung gesehen. Er hatte einfach das Gefühl, aufgrund seiner Figur nichts Modisches tragen zu können. Als ich ihn fragte, ob er Lust habe, doch mal eines meiner Stehkragensakkos anzuprobieren mit einem Schnitt, der seiner Figur schmeicheln würde, willigte er ein. Ich war gespannt auf seine Reaktion, denn das Sakko stand ihm wirklich gut. Er hatte plötzlich durch ein einziges verändertes Kleidungsstück einen anderen Stil bekommen. Er schaute in den Spiegel und strahlte. Das liebe ich an meiner Arbeit, wenn ich Kunden motivieren kann, etwas aus sich zu machen. Das sind meine besonderen Glücksmomente.

Anmerkung Stilexpertin: Da bin ich ganz Ihrer Meinung. Der klassische Businessanzug steht nun mal nicht jedem Mann. So eine leichte Extravaganz als Marke „Ich“ in der Kleidung ist einfach viel persönlicher und oft auch viel stilvoller.

Welche Basics sollte Ihrer Meinung nach jeder Mann im Kleiderschrank haben?

Meine Empfehlung ist auf jeden Fall ein gut sitzender Anzug, ein smartes Casual-Sakko und eine edle Jeans.

Anmerkung Stilexpertin: Ich würde das Thema Basics für den Mann noch um einen guten Cashmere Pullover sowie um Schuhe und Gürtel aus gutem Leder ergänzen.

Welche Tipps zum Styling haben Sie für meine Leser parat?

Nutzen Sie die Vielfalt der Accessoires, mit denen jeder Mann spielen kann. Es muss nicht immer die klassische Krawatte sein. Sie engt oft so ein. Ein edles Einstecktuch oder ein besonderer Unterkragen beim Hemd wirken genauso elegant.

Wo reisen Sie gerne hin?

Ich liebe Italien, vor allem Florenz und die Modemessen in Mailand. Lifestyle und Männermode in Italien faszinieren mich einfach.

Wenn Sie reisen und die Menschen vor Ort beobachten, wie würden Sie die Männermode in anderen Ländern bezeichnen?

Die Italiener scheinen schon aufgrund ihres Temperaments und ihres Teints einfach farbenfroher und haben meiner Meinung nach ein besseres Stilbewusstsein. Die deutschen Männer können von den Italienern in dieser Hinsicht durchaus lernen. Die Engländer sind in meinen Augen klassisch-streng gekleidet. Frankreich steht für mich ganz klar für Haute-Couture und klassisch-verspielte Frauenmode. Und Amerika lässt sich ja oft von Europa inspirieren

Vielen Dank liebe Frau Hartwich, dass Sie sich die Zeit für das persönliche Interview genommen haben und ich einen Blick in den Showroom von Ihnen in München der Reitmorstraße werfen dürfte.

Der kleine Servietten-Knigge

Der kleine Servietten-Knigge

ServiettenKniggeWussten Sie eigentlich, dass die Serviette früher nur über die linke Schulter gelenkt wurde, damit der Nutzer sich mit der rechten Hand die Hände sauber machen konnte?

Früher haben die Menschen ja noch mit der Hand gegessen. Diese wurden dann entweder an der Kleidung oder am Tischtuch abgewischt.

Die vornehmen Leute hatten natürlich eine Art Serviette und haben sich damit die Hände abgewischt. Oftmals haben das auch Bedienstete übernommen, die vornehmen Herren den Mund abzuwischen. Mit der Serviette wurden früher auch die Teller der Hausgäste abgewischt.

Woher stammt eigentlich das Wort Serviette?

Der eigentliche Begriff Serviette stammt aus dem Französischen und ist vom Wort „servir“ (servieren) abgeleitet. Die Übersetzung steht für Mundtuch oder Tellertuch.

Die Serviette wurde früher großzügig über die Kleidung gelegt, um diese während des Essens vor Verunreinigungen zu schützen. Das gilt heute jedoch als „unfein“.

Bereits im 16. Jahrhundert wurde die Art der Serviette – als praktisches Quadrat – so wie wir sie heute kennen, beim Adel eingeführt. Das ist sehr praktisch, denn so müssen wir uns die Finger nicht mehr an der Kleidung oder am Tischtuch abwischen.

Wie wird die Serviette richtig benutzt ?

Die Serviette ist eine schöne und aufwendige Dekoration auf Ihrem Teller. Wenn Sie jedoch bestellen möchten und die Bestellkarte über Ihren Teller halten, stört die Serviette.

Mein Tipp: Brechen Sie die Serviette auf und legen Sie diese auf der rechten Seite flach neben den Teller – gerne auch auf das Besteck. Nach dem Bestellvorgang legen Sie die Serviette zweimal gefaltet mit der offenen Seite zum Bauch auf den Schoß. Die Serviette bleibt während des Essens auf dem Schoß.

Tupfen Sie sich damit den Mund ab, wenn Sie z.B. etwas trinken möchten. Oder wischen Sie sich damit auch die Finger in der Innenseite ab bei fettigen oder Fischaugen Gerichten.

Zwischen den Gängen wird die Serviette ebenfalls rechts platziert, wenn Sie kurz den Tisch verlassen. Am Ende des Essens wird die Serviette links platziert.

Welche Arten von Servietten gibt es?

Servietten gibt es in vielen unterschiedlichsten Ausführungen. Im Privathaushalt und in normalen Restaurants sind Papierservietten sehr verbreitet. Diese gibt es in verschiedenen Qualitätsstufen und Designs. Edle Stoffservietten aus reiner Baumwolle oder einer Baumwoll-Leinen-Mischung werden für besondere Anlässe oder in der gehobenen Gastronomie verwendet.